Augeneingriff mit Wirkung – Ein Erfahrungsbericht

Augenoperation - PRK-Methode

Wenn man keine Sehhilfe mehr benötigt und die Augen nicht mehr gereizt sind.

Seit meine Frau sich für den Schritt entschieden hat, sich einer sogenannten LASEK Augenoperation zu unterziehen, konnte ich nicht mehr aufhören daran zu denken, wie es wäre, wenn ich selbst einen solchen Eingriff hätte. Meine Sehschwäche setzt sich aus einer schlichten Kurzsichtigkeit (zu langer Augapfel) und einer verstärkten Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) zusammen. Durch Vererbung habe ich auf meinem linken Auge eine stärkere Hornhautverkrümmung gehabt als auf dem rechten Auge. Zu den weiteren Symptomen durch die Hornhautverkrümmung kamen: Schnelles Erröten und Ermüden der Augen, gelegentlich ein starkes Fremdkörpergefühl beim Blinzeln, sowie am Ende des Tages gereizte Augen. Die Brillengläser mussten immer teuer angefertigt werden, damit die Symptome ertragbar blieben. Außerdem habe ich nie wirklich das Gefühl habt so die Welt wahrzunehmen, wie andere Mitmenschen es tun. Anfang des Jahres informierte ich mich bei einem Nachvorsorgetermin meiner Frau persönlich bei der Klinik und ließ mir auch gleich einen Termin im März zur Voruntersuchung geben. An diesem Termin sollte geprüft werden, ob ich überhaupt für einen Eingriff geeignet war. Schnell bestätigte sich, nach diversen Formulareintragungen und den maschinellen Prüfungen, dass ich dafür in Frage käme. Bei diesem Termin  So wurde die ärztliche Untersuchung vor der OP, samt dem OP Termin auf April gelegt. Leider hatte die COVID-Krise den Termin ausfallen lassen, womit die Untersuchung und die OP erst Anfang Juni stattfinden konnte.

Der Eingriff und die Regenerationsphase

Anfang Juni war es dann soweit. Ich fuhr früh morgens zur Augenklinik, es wurden noch einmal ein paar Tests durchgeführt und anschließend saß ich dann zur Sprechstunde mit dem Augenarzt, der mich am Folgetag behandeln sollte. Dieser erklärte mir, dass die ursprünglich geplante LASEK Methode bei mir nicht infrage käme, da ich eine starke Hornhautverkrümmung hatte und generell durch die Büroarbeit chronisch trockene Augen hatte. Entsprechend wurde dann die PRK Methode bei mir angewandt, die leider eine wesentlich längere Regenerationsphase mit sich zog, jedoch wesentlich schonender für die Augen im Bezug auf Feuchtigkeit war. Am Tag der Behandlung (der Folgetag) wurden meine Augen mit Betäubungstropfen versetzt. Das Gefühl von betäubten Augen kann man mit dem Gefühl beschreiben, als würde man ständig nach unten schauen wollen, weil die Augen sich schwer anfühlen. Anschließend kam ich auf den Tisch mit dem Lasergerät und der Augenarzt fing an die Augen vorzubereiten. Pro Auge hat die gesamte Behandlung zirka drei einhalb Minuten gedauert. Bei der PRK wurde die oberste Hautschicht des Auges mechanisch abgetragen, anschließend wurde der Laser eingesetzt, um die Verkrümmung zu entfernen und die Sehschwäche zu beseitigen. Der Augenarzt tropfte zum Schluss das Auge mit vielen verschiedenen Flüssigkeiten, setzte die Verbandfskontaktlinse ein, die ich eine Woche ununterbrochen tragen sollte und spülte das Auge aus. Der gleiche Eingriff wurde dann beim anderen Auge gemacht. Nach zirka 8 Minuten war ich auch wieder raus und die Augen mussten geschont werden. Man gab mir einen strikten Tropfenplan mit, den ich auch bis zur 12. Woche nach der Behandlung einhalten muss. Der Eingriff war am 06. Juni 2020 und seit heute, dem 28.06.2020 kann ich auch wieder am Computerbildschirm arbeiten (Vorausgesetzt das Umgebungslicht stimmt). Prägnant für die erste Woche nach der Behandlung war, dass alle visuellen Medien und Tätigkeiten wegfielen. Ich war praktisch blind und habe alles wie durch ein Milchglas gesehen; am linken Auge war es schlimmer. Nach etlichen Stunden Schlafen, Hörspiele und Gespräche mit meiner Frau und Freunden, konnte ich die erste Woche gut überstehen. Es war dennoch ein eigenartiges Gefühl für die Personen in einen komplett abgedunkelten Raum zu kommen, wo eine Person mit einer Sonnenbrille sitzt. Ich wurde von vielen gefragt, wie schmerzhaft sowas eigentlich ist. Generell spürt man bei der OP außer ein Druckgefühl rein gar nichts. Diese wird unter lokaler Betäubung durchgeführt, man bleibt also wach und das unangenehmste für mich war zu sehen, was gemacht wurde. Direkt nach der OP gab es keine Schmerzen, keine Lichtempfindlichkeit und vorallem: Man sah alles scharf. Leider hielt dieser wundervolle Effekt nicht Am ersten Tag fingen die ersten Symptome ab 16:00 Uhr an (zirka 6 Stunden nach dem Eingriff). Ich hatte auf Raten des Augenarztes Iboprofem gekauft. Anders als seine Angaben erwarb ich die 400er Packung, statt die 600er Packung. Die Schmerzen waren vergleichbar wie Zwiebeln zu schneiden, es war aber definitiv ertragbar. Bereits am zweiten Tag waren die Schmerzen weg und für die nächsten drei Wochen sollte die Lichtempfindlichkeit zu meinem größten Feind werden. Ab der zweiten Woche war es teilweise wieder möglich das Smartphone zu nutzen und am Fernseher Animationsfilme zu sehen. Serien und Filme mit realen Schauspielern, sind selbst jetzt noch nicht möglich, da feine Strukturen und Konturen meine Augen stark belasten. Bis gestern war ein Verlassen des Hauses ohne Sonnenbrille nicht möglich. Computermonitore waren unerträglich, weswegen ich sehr heilfroh bin, heute diesen Text verfassen zu  können. Generell kann ich sagen, dass die Regenrationsphase der PRK-Methode schon eine gewisse Strapatze war, während meine Frau nur eine Regenerationsphase von einer halben Woche hatte (LASEK-Methode) und alles wieder gut war. Wenn Sie zu den Glücklichen zählen, keine Hornhautverkrümmung zu haben, dann werden auch Sie die LASEK-Methode erhalten. Für alle anderen ist die PRK die wahrscheinlichste Behandlungsart, speziell für diejenigen mit starker Hornhautverkrümmung und vorallem für jene, die viel und oft am Computer arbeiten. Ich möchte jetzt aber nicht nur vom Negativen schreiben, sondern nun auch zu den Vorzügen kommen.

Abschließendes Fazit

Bereits während der Regenerationsphase fing ich an auf dem rechten Auge schärfer zu sehen. Ab ungefähr 2,5 Wochen kann ich fast schon so gut sehen, wie vor dem Eingriff mit meiner Brille. Zu meinem Erstaunen verblieb es aber nicht dabei, sondern die Sicht wurde bis heute so scharf, dass ich Dinge erkennen kann, die ich damals nicht mal ansatzweise erkennen konnte. Man sieht die Welt in Full-HD und in gestochen scharf! Mein linkes Auge sieht zwar auch scharf, aber noch leicht doppelt. Mit jedem Tag wird aber auch das weniger. Sämtliche Reizungen sind verschwunden, mein Auge fühlt sich nicht mehr so trocken an, das Fremdkörpergefühl ist weg und ich habe das Gefühl, dass meine Sehstärke die 100% übersteigen wird. Bis auf gelegentliche Lichtempfindlichkeitsschübe ist der Alltag wieder zu bewältigen und ich darf sogar wieder mit meinem PKW fahren. Zum jetzigen Zeitpunkt strengen aber Dämmerungsfahrten und Nachtfahrten an, speziell, wenn ich in Richtung Sonnenstand fahre. Ich kann jedem wärmstens einen solchen Eingriff empfehlen und kann behaupten, dass der Preis mit zirka 1100,- EUR pro Auge sehr günstig ist, wenn man bedenkt, dass die Sehleistung ein Leben lang anhält. Nie wieder beim Sport fallende Brillen, nie wieder Kontaktlinsen, die sich wie Sand in den Augen anfühlen, nie wieder das Zusammenkneifen, um entfernte Dinge erkennen zu können, nie wieder übertriebene Brillenglaskosten und auch nie wieder Sonnenbrillen mit Stärken. Dieses Gefühl eine Sehhilfe, von der man sein ganzes Leben lang abhängig war, die einen auch das ganze Leben notgedrungen begleitet hat, nicht mehr nutzen zu müssen. Die Brille nicht auf der Nase zu haben und trotzdem die Welt in ihrer Schärfe zu erkennen – es ist unbeschreiblich! Viele Menschen können es nicht nachvollziehen, weil sie nie in dieser Abhängigkeit waren, aber es ist, als würde für mich ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Ich halte mich jetzt weiterhin an den Tropfenplan und werde mich diesbezüglich in einigen Wochen nochmal melden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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